Zerbrechlich androgyn oder doch lieber gut gerundet? In Bezug auf den weiblichen Körper sind die Geschmäcker verschieden. Während einerseits Models über die Laufstege der Welt schreiten, deren Oberschenkel man mit beiden Händen umschließen kann, sorgen andernorts die fülligen Kardashian-Schwestern für begeisterte Fan-Aufläufe. Trotz der großen Bandbreite in der Welt der Prominenten und Schönen, scheinen sich die Menschen über alle Kulturen hinweg über bestimmte Schönheitsmerkmale einig zu sein.

So lässt sich beispielsweise eine reine und makellose Haut als universelles Schönheitsideal empirisch nachweisen. Je glatter, faltenfreier und gesünder vor allem die Gesichtshaut ist, desto attraktiver wird ein Mensch bewertet. Auch bestimmte Gesichtsproportionen, große Augen oder volle Lippen gelten bei Frauen als gängiges Kriterium zur Beurteilung von Attraktivität.

Vor allem in Bezug auf die körperliche Statur fällt es dagegen schwerer, globale Maßstäbe anzulegen. So setzte sich zwar in den westlichen Kulturen seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein bis dato einzigartiges Schlankheitsdeal durch, trotzdem gelten in vielen Regionen der Erde nach wie vor füllige Frauen als begehrenswerter. Wo die Figur wie bewertet wird, scheint unter anderem mit dem Nahrungsangebot, der Stellung der Frau in der Gesellschaft sowie allgemeinen Lebensumständen zusammenzuhängen. Außerdem spielen modische Trends eine wichtige Rolle bei der Bewertung des weiblichen Körpers.

So galt ein gebräunter Körper jahrhundertelang als Zeichen für eine niedrige soziale Stellung. Menschen mit sonnengebräunter Haut mussten ihr Leben meist mit harter Arbeit unter freiem Himmel verbringen.  Erst im 20. Jahrhundert, als breite Kreise der westlichen Gesellschaft den warmen Süden als Reiseziel ansteuern konnten und der Urlaub zum Statussymbol wurde, setzte sich gebräunte Haut als Ideal durch. Ganz anders sieht es in vielen asiatischen Ländern aus, dort gilt weiterhin die weiße, farblose Haut als Ideal. Ganze Industriezweige haben sich darauf spezialisiert, Frauen einen möglichst hellen Hautton zu verschaffen. In Indien beispielsweise verwenden zwei Drittel aller Frauen zwischen 16 und 35 Jahren Bleichprodukte.