Seitdem 1962 zum ersten Mal ein Silikongelimplantat zur Brustvergrößerung vorgestellt wurde, gab es etliche Ansätze zur Verbesserung und Weiterentwicklung. Als Resultat existieren mittlerweile unzählige, verschiedene Typen mit diversen Formen, Materialeigenschaften und Oberflächenbeschaffenheiten. Warum es unterschiedliche Oberflächentexturen gibt und welche besonderen Eigenschaften diese jeweils haben wird im Folgenden besprochen.

Bei der Brustvergrößerung mit Silikongelimplantaten wird fremdes Material in den Körper gebracht. Als natürliche Reaktion versucht der Organismus eine Kapsel um diesen Fremdkörper zu bilden. Je nach Beschaffenheit dieser Kapsel kann es zu Verhärtungen, Vernarbungen oder Formveränderungen der Brust nach einer Brustvergrößerung kommen. Bei einer sehr harten und schmerzhaften Kapsel spricht man von der sogenannten „Kapselfibrose“, der gefürchteten Komplikation bei der Brustvergrößerung mit Implantaten.

Ursprünglich wurden Silikongelimplantate mit glatter Oberfläche produziert. In den 1970er Jahren wurde allerdings entdeckt, dass Brustvergrößerungen mit Silikongelimplantaten zu einer massiv geringeren Rate an Kapselfibrosen führten, wenn diese mit Polyurethanschaum überzogenen wurden. Als Ursache für die überraschend dünnen und biegsamen Kapselstrukturen erkannte man die Reaktion des Körpers auf das Polyurethan. Leider bewirkt diese Reaktion ebenfalls den kompletten Abbau der Polyurethanschicht innerhalb von ca. 10-15 Jahren – wodurch die glattwandige Oberfläche der Implantate wieder hervortritt und es erneut zu erhöhtem Auftreten von Kapselfibrosen kommt. Zudem wurde in einer Studie aus dem Jahr 1989 gewissen körpereigenen Abbauprodukten des Polyurethans in Mäusen eine krebsauslösende Wirkung nachgewiesen. Diese Studie kann allerdings so nicht auf den Menschen übertragen werden. Daraufhin wurde Polyurethanschaum für Brustvergrößerungen mit Silikongelimplantaten in den USA verboten.

Der Weg für die Erforschung neuer Oberflächentexturen war jedoch bereitet. Ziel war es stets den Effekt des Polyurethanschaums zu imitieren. Die beiden heutzutage gebräuchlichsten Oberflächenbeschichtungen für Silikongelimplantate zur Brustvergrößerung heißen „Biocell“ und „Siltex“.

Biocell

Die „Biocell“ Oberfläche für Silikongelimplantate zur Brustvergrößerung wird geschaffen, indem im Produktionsprozess das noch klebrige Implantat mit Salzkörnern umhüllt wird. Nach Aushärten des Implantats und anschließendem Auswaschen der Salzkörner resultiert dieser Vorgang in einer rauen und gitternetzartigen Oberfläche. Die variabel angeordneten, etwa quadratischen Poren interagieren mit der Kapsel und verflechten diese mit dem Implantat. Durch die enge Verzahnung ergeben sich zwei wesentliche Effekte. Einerseits wird das Implantat immobil fixiert. Das ist insbesondere bei tropfenförmigen, oder anatomischen geformten, Implantaten zur Brustvergrößerung von Vorteil, da die Gefahr des Verschiebens oder Abrutschens mit resultierender Verzerrung der Brustform deutlich geringer ist. Andererseits zeigen Studien eine signifikant geringere Rate an Kapselfibrosen im Vergleich zu glattflächigen Implantaten – ähnlich der Beschichtung mit Polyurethanschaum.

Siltex

Bei der Herstellung der „Siltex“ Oberfläche für Silikongelimplantate zur Brustvergrößerung wird eine dünne Lage Polyurethanschaum auf eine flache, noch klebrige Silikonschicht gepresst. Nach dem Aushärten wird diese Silikonschicht vom Polyurethan getrennt und an Silikongelimplantate mit flacher Oberfläche geheftet. Die Beschaffenheit der Oberfläche ist hier ein Abdruck des Polyurethanschaums. Im Gegensatz zur „Biocell“ Oberfläche ist diese weniger grob gemustert und es kann kein Verwachsen von Kapselgewebe mit der Textur beobachtet werden. Trotzdem ist auch bei den „Siltex“-texturierten Silikongelimplantaten zur Brustvergrößerung ein Verrutschen von anatomisch geformten Implantaten extrem selten. Als Ursache wird angenommen, dass die raue Oberfläche über eine Art „Fingerabdruck-Effekt“ ausreichend Reibung zwischen Implantat und Kapsel generiert, um das Implantat in Form zu halten. Genauso wie für die „Biocell“ Oberfläche kann auch für „Siltex“ ein deutlich reduziertes Risiko für Kapselfibrose im Vergleich zu glatttflächigen Implantaten angenommen werden.

Neben den hier besprochenen beiden häufigsten Vertretern von Oberflächenbeschichtungen für Silikongelimplantate zur Brustvergrößerung gibt es noch einige andere, ähnliche Produkte. „Cereform“ beispielsweise wird analog der Herstellung von „Biocell“ durch Salz texturiert. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass das Salz bereits vor dem Aushärten des Silikons ausgespült wird und daher die Porenarchitektur erheblich vielgestaltiger und kleiner ist.

Die verschiedenen oberflächen-texturierten Silikongelimplantate zur Brustvergrößerung haben gegenüber den Glattflächigen eine Sache gemeinsam: die geringere Rate an Kapselfibrosen. Obwohl die Produktion teils deutlich unterschiedlich abläuft, scheint der Effekt ähnlich zu sein. Nachteilig an der rauen Oberfläche ist allerdings, dass durch Verwachsungen mit Gewebe an der Vorderseite des Implantats gelegentlich Unebenheiten in der Brustkontur sichtbar werden. Dieses „Rippling“ kann beim Absinken des Implantats noch verstärkt werden.

Bei der Wahl des optimalen Implantats zur Brustvergrößerung sind neben der Oberflächenbeschaffenheit noch einige andere Eigenschaften des Implantats zu bedenken. Ich freue mich daher auf Ihren Besuch in meiner Privatklinik für Plastische- und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Dahlem um Ihnen mit meiner professionellen Beratung zur Brustvergrößerung in Berlin hierbei zu helfen.