Wir geben Ihnen Tipps und Hinweise für eine sinnvolle Ernährung für die Zeit vor und nach einer plastisch-ästhetischen Operation – nicht nur in den süßen Tagen vor Weihnachten.

Das Jahresende rückt immer näher, und die Zeit der süßen Versuchungen schlägt unbarmherzig zu. Überall duftet und riecht es nach Weihnachten und man kann dem kaum Widerstehen.  Für Patienten, die sich entschieden haben, in den Wintermonaten einen plastisch-ästhetischen Eingriff vornehmen zu lassen, führt dies aber zusätzlich zu einer Unsicherheit, wie sie sich richtig verhalten sollen. Schließlich will man vor und nach dem Eingriff alles richtig machen, um das Erreichen des Wunschergebnisses auch selbst optimal unterstützen zu können.

Beachtet man einige Grundregeln, dann ist es auch in der Weihnachtszeit gar nicht so schwer, Genuss und die richtige Ernährung zu kombinieren. Besonders bei Operationen wie der Liposuktion, bei denen Fettgewebe entfernt wird, oder Körperpartien gestrafft werden, gilt grundsätzlich, der Körper zusätzlichem Stress ausgesetzt wird. Außerdem belegen wissenschaftliche Studien, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Ernährungszustand und Verhalten vor einer Operation und der Häufigkeit von Komplikationen bei der Operation besteht. Umso wichtiger ist es daher, sich vor dem Eingriff bewusst und ausgewogen zu ernähren.

Doch was bedeutet dies nun genau?

Diätverbot vor einer Operation

Damit Ihr Körper den Heilungsprozess optimal unterstützen kann, müssen zum Operationstermin sämtliche Vitamin- und Nährstoffspeicher ausreichend gefüllt sein. Denn sie sind die Grundlage für ein intaktes, starkes und gut funktionierendes Immunsystem.

Ebenso verbrennt der Körper während der Heilung zusätzlich Energie, um die Wundheilung zu beschleunigen.  In der täglichen medizinischen Praxis ist leider immer wieder zu beobachten, dass Patienten, die bis kurz vor einem Operationstermin noch Gewicht reduziert haben oder Diäten gemacht haben, erheblich länger für den Heilungsprozess benötigen. Im schlimmsten Fall hindern sie Ihren Körper dadurch selbst an einem optimalen Operationsergebnis. So ist es gerade im Fall von Eigenfettbehandlungen besonders wichtig, dass der Stoffwechsel des Patienten ausgeglichen ist, und nicht durch Mangelversorgung auf einen vermehrten Abbau von Fett „programmiert“ wurde. Hierbei muss man bedenken, dass selbst bei optimaler Operationstechnik und Patientenverhalten der Körper in den Wochen und Monaten nach der Operation bis zu 30% der „verpflanzten“ Fettzellen wieder verliert, da diese nicht wie erhofft anwachsen. Bei einer fehlerhaften Ernährung und Mangelversorgung kann sich dieser Anteil jedoch drastisch erhöhen, so dass weit über 70% der Fettzellen nicht anwachsen können, und somit der Operationserfolg deutlich gemindert wird. Leider geschieht es immer wieder, dass Patienten so durch Unwissenheit und falschem Verhalten mit dem Operationsergebnis unzufrieden sind. Zusätzlich wird durch den Mangelzustand auch noch das Immunsystem geschwächt, was bei der Heilung zu zusätzlichen Komplikationen und einer Verlängerung des Heilungsprozesses führen kann.

Befindet sich der Körper dagegen bereits vor der OP in einem guten Versorgungszustand, treten während und nach der Operation weniger häufig Komplikationen auf und der Heilungsverlauf kann schneller ablaufen.

Die früher vorherrschende Meinung, dass der Magen-Darm-Trakt vor und nach Operationen möglichst nicht belastet werden sollte, ist zwischenzeitlich in umfassenden Studien widerlegt worden.

Ernährung nach der Operation

Man sollte nie vergessen, dass eine Operation, egal ob aus medizinischen oder kosmetischen Gründen, für den Körper eine Ausnahmesituation darstellt. In der Zeit nach dem Eingriff sind alle Vorgänge des Körpers auf die schnelle Wiederherstellung der normalen Funktion konzentriert.

Um dies richtig unterstützen zu können, sollten die Patienten eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung einhalten, um die Reparaturmechanismen zu unterstützen und das Risiko für Komplikationen zu mindern. Hierzu ist es selbstverständlich nicht notwendig, ein Ernährungstagebuch zu führen, Kalorien zu zählen und schon gar nicht teure Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Vielmehr gelten die Empfehlungen für eine gesunde Ernährungsweise unverändert auch für den Zeitraum nach Operationen.

In Deutschland ist die Versorgung mit essentiellen und lebensnotwendigen Nährstoffen, bis auf einige wenige Ausnahmen, gesichert.

Viel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte und hochwertiges Protein aus Fisch, Milchprodukten oder auch Hülsenfrüchten unterstützen die Regenerationsprozesse des Körpers am besten.

In Fleisch findet sich ebenfalls viel Protein, welches durch die Ähnlichkeit zum menschlichen Eiweiß optimal verwertet werden kann. Allerdings enthält es oftmals auch erhebliche Mengen an gesättigten Fettsäuren. Daher sollte sich der Konsum von Fleisch auf 300–600 g pro Woche beschränken. Beachten Sie hierbei, dass diese Empfehlung zum einen für sogenanntes „rotes Fleisch“, also Rind/Schwein/Lamm gilt und entsprechend Wurst einschließt. Das „Weiße Fleisch“ wie Huhn oder Pute zeichnet sich durch deutlich weniger Fettanteile aus und kann somit auch öfter konsumiert werden.

Antioxidantien unterstützen das Immunsystem

Nach einer Operation ist das Immunsystem stark gefordert. In dieser Zeit ist die Versorgung mit allen essentiellen Nährstoffen von großer Bedeutung. Insbesondere Infektionen können sich vor allem dann entwickeln und problematisch werden, wenn das Immunsystem eingeschränkt ist und somit das natürliche Abwehrsystem des Körpers nicht optimal funktioniert.

Die Vitamine A, C und E haben einen antioxidativen Effekt und unterstützen körpereigene Abwehrmechanismen. Die Einnahme von Vitamin C Supplementen zeigte in Studien zudem eine beschleunigte Wundheilung. Um den Vitaminbedarf zu decken, ist der Verzehr von viel frischem Obst und Gemüse der beste und einfachste Weg. Vitamin E hingegen findet sich in hohen Konzentrationen in Weizenkeim-, Sonnenblumen- und Olivenöl

Wundheilung führt zu gesteigertem Nährstoffverbrauch

Im Hinblick auf die spätere Wundheilung haben Studien Zusammenhänge zwischen der Kalorienmenge und der Schnelligkeit der Wundheilung finden können. Gerade wenn die Wunde noch frisch ist, liegt der zusätzliche Energieverbrauch, den der Körper für die Heilungsprozesse aufbringen muss, bei ca. 20 %.

Viele Patienten denken, dass sie durch die Schonung nach einer Operation und die damit reduzierte Bewegung massiv weniger Kalorien zu sich nehmen müssten. Sicherlich ist bei sehr aktiven Patienten der Energieverbrauch in der Phase nach der Operation niedriger als bei einem regelmäßigen Sportprogramm mit Ausdauer und Kraftsport. Aber auch hier sollte man beachten, dass eine zu drastische Kalorienreduktion ungünstige Auswirkungen hat. Das gilt vor allem dann, wenn einfache Bewegungen durch die Operationswunde viel schwerer als sonst fallen und somit den Kalorienverbrauch zusätzlich anheizen.

Die Heilung einer Wunde unterteilt sich in verschiedene Phasen an deren Anfang eine Reinigung steht. Für diese Phase sind Hormone des Immunsystems unerlässlich.

Einerseits stellen sie sicher, dass Krankheitserreger, die durch die Wunde in den Körper eindringen können, abgewehrt werden. Andererseits sind sie der Signalgeber  für den Beginn der Heilungsphase, in dem sich neues Bindegewebe für den Wundverschluss bildet

In dieser Phase ist der Bedarf des Körpers an Eiweiß, Flüssigkeit, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen enorm wichtig. Vor allem Zink spielt in diesem Zusammenhang als Hilfsstoff in der Proteinsynthese und Zellteilung eine bedeutende Rolle Zink ist vor allem in tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch und Fisch enthalten. Relevante Mengen finden sich zudem in Käse, Haferflocken, Nüssen, Soja und Linsen. Genügend Mineralstoffe werden durch den regelmäßigen Verzehr von Gemüse, Fleisch, Fisch und Obst aufgenommen.

Eine proteinreiche Ernährung zeigt in vielen Studien gerade bei körperlicher Immobilität nach einer Operation positive Effekte. Durch sie wird der Abbau von Muskelmasse verhindert, der automatisch einsetzt, wenn ein Muskel über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird, um Energie zu sparen. Das muskuläre Protein wird ebenfalls abgebaut, wenn eine ernährungsbedingte Unterversorgung vorliegt.

Omega-3-Fettsäuren senken das Infektionsrisiko

Die Ernährung unter Nutzung von Fetten mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren haben einen positiven Effekt auf die Entzündungsmediatoren (körpereigene Stoffe, die eine Entzündungsreaktion des Körpers einleiten oder aufrechterhalten) und regen die Durchblutung an.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt grundsätzlich eine gesteigerte Aufnahme dieser Fette sowie eine gemäßigtere Aufnahme gesättigter Fettsäuren für alle Bevölkerungsgruppen. Um Komplikationen durch Entzündungen zu vermeiden und zu einer schnelleren Wundheilung beizutragen, sollten diese guten Fette nach einer Operation häufiger auf dem Speiseplan stehen.

Leider sind sie nicht in so vielen Lebensmitteln zu finden, wie gesättigte Fettsäuren. Für Nicht-Vegetarier ist die beste Quelle fetter Kaltwasserfisch, wie Thunfisch oder Lachs.

Vegetarische Alternativen mit einem hohen Omega-3-Fettsäurenanteil sind Lein- oder Chiaöl sowie Walnüsse und Leinsamen. Auch bestimmte Algen enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, aus denen fischölfreie Nahrungsergänzungsmittel hergestellt werden. Diese können zur Bedarfsdeckung bei unzureichender Versorgung nützlich sein.

Ausgewogen – und kleine Sünden sind kein Problem

Wenn man die oben genannten Punkte einer ausgewogenen Ernährung im Alltag vor und nach der Operation berücksichtig und einbaut, besteht kein Grund, nicht auch hin und wieder eine kleine süsse Sünde zu gönnen, ohne gleich in Panik zu verfallen, dass nun alles umsonst war. Wie so oft im Leben gilt gerade in Bezug auf Ernährung – alles in Maßen und nicht in Massen.

Wenn sich Patienten an diese Grundregeln halten, steht auch einer kosmetischen Operation in und um die Weihnachtszeit nichts im Weg. Sollten Sie konkretere Hinweise und Empfehlungen benötigen, scheuen Sie sich nicht, dies mit Ihrem behandelnden Arzt zu besprechen. In der Sinis Klinik Berlin sind neben der Beratung zu OPs wie der Brustvergrößerung, Lidstraffung oder der Fettabsaugung auch die Beratungen rund um Verhalten und Ernährung fester Bestandteil des Beratungsprogramms.