Jährlich befragt die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie die Patienten ihrer Mitglieder und gewinnt dadurch aktuelle Zahlen zu den Trends und Vorlieben auf dem Gebiet der Schönheitsoperationen. In diesem Jahr werteten die Experten rund 2200 Fragebögen aus dem vergangenen Jahr aus und rechneten ihre Daten auf die rund 287.000 Patienten, die sich 2015 einem Eingriff unterzogen, hoch. Da rund 95 Prozent aller Plastischen Chirurgen in der Gesellschaft organisiert sind, liefert die Statistik stabile und interessante Ergebnisse.

Trotz des Skandals um minderwertiges Silikon in Brustimplantaten aus dem Jahre 2010 steht die Brustvergrößerung mit Silikon noch immer an der Spitze der bei Frauen durchgeführten Operationen. 17,8 Prozent der Patientinnen interessieren sich für den Eingriff oder haben ihn schon durchführen lassen. Allerdings sind die Zahlen rückläufig. 2011 wollten sich noch ein Drittel aller Patientinnen (29 Prozent) die Brüste mit Silikon vergrößern lassen. Heute geht der Trend zunehmend zur Vergrößerung mit Eigenfett. Bereits 3,5 Prozent bevorzugen diese Art der Brustvergrößerung.

In Bezug auf ästhetisch-plastische Eingriffe werden die folgenden Plätze durch die Lidkorrektur (10,1 Prozent) und die Fettabsaugung (7,1 Prozent) belegt.  Insgesamt geht der Wille, sich unters Messer zu legen, zurück. Immer mehr Frauen präferieren einen sanften Eingriff möglichst ohne Operation, beispielsweise durch den Einsatz von Spritzen.

Bei den Männern ist zwar die Lidkorrektur mit 13,2 Prozent der am häufigsten durchgeführte Eingriff, doch ein anderes Verfahren ist auf dem Vormarsch. 9,9 Prozent der Männer interessieren sich für eine Korrektur der Gynäkomastie, also das Entfernen der sogenannten Männerbrust. Das sind vier Prozent mehr als in der Studie von 2015. Auch die Penisverlängerung hat aufgeholt. Sie ist ebenfalls mit 9,9 Prozent (2015: 5,3 Prozent) ganz neu unter den Spitzenreitern dabei. Insgesamt halten sich die Männer der Schöpfung allerdings zurück: Ihr Anteil unter den Befragten lag bei gerade einmal 12 Prozent.