Als Petra K. Anfang des Jahres in meine Praxis kam, weil sie meinen Rat hinsichtlich einer Brustvergrößerungsoperation einholen wollte, bot sich mir ein Anblick, den ich in den letzten Monaten schon öfters zu sehen bekommen habe: eine deformiertet Brust.

Die Patientin hatte sich ihre Brust im Ausland vergrößern lassen. Auf die Klinik wurde sie aufmerksam, als sie mehrere Angebote gelesen hatte, die für eine Brustoperation zum Schnäppchenpreis warben. Nachdem sie auch eine Bekannte kennengelernt hatte, die sich im Ausland angeblich einer Brustoperation unterzogen hatte, stand ihr Entschluss fest. Ihr Wunsch nach einem größeren und schöneren Busen war so groß, dass sie die Risiken, die es bei jeder Brustoperation gibt, einfach nicht berücksichtigt hat. Auch, die Tatsache, dass sie in einem fremden Land operiert wird und es wohlmöglich Verständigungsschwierigkeiten gibt, hat sie verdrängt und nicht weiter über die Folgen nachgedacht.

Petra K. wurde in einer Klinik in einem nah an Deutschland grenzendem Land untergebracht, wo sie am Tag des Eingriffs auch ihren – wie sie selbst auch befand, relativ jungen Operateur kennengelernt hat. Er war laut ihren Äußerungen freundlich, sah sich ihren Busen an und zeigte ihr anhand von Fotoaufnahmen, welche Brustimplantate er ihr einsetzen würde. Anders als in unserer Privatklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin wurden die Silikonimplantate nicht mit Hilfe eines BHs ausprobiert und anschließend eine 3D-Simulation durchgeführt, so dass auch die Patientin ein Gefühl dafür bekommt, wie die neue  Brust überhaupt in Proportion zu ihrem restlichen Körper aussieht. Auch wurde keine große Zeit in ein ausgiebiges Beratungsgespräch investiert. Das mulmige Bauchgefühl, dass Frau K. hatte, ignorierte sie – zu groß war die Hoffnung, nach der Operation einen neuen, größeren Busen zu haben und sich endlich ganz als Frau zu fühlen.

Was dann passierte, ist schnell erzählt. Die Brüste wurden operiert und das Silikon eingesetzt. Am nächsten Tag klagte Petra K. zwar über Schmerzen, aber der Arzt und auch das Personal versicherten ihr, dass sich dies nach einiger Zeit legen würde. Auch die Tatsache, dass die rechte Brust größer aussah als die linke und die Brüste nicht symmetrisch seien, wurde abgetan mit der Erklärung, dass sich diese Schwellung nach einiger Zeit legen würde und die Brustgrößen sich dann sozusagen anpassen würden.

Das taten sie leider nicht.

Als die Patientin in meine Privatpraxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in der Clinic Dahlem eintraf, war sie unglücklich und beschämt darüber, dass sie auf das vermeintliche Angebot der Brustvergrößerung eingegangen ist. Neben Schmerzen im Brustbereich, war es vor allem der Anblick der missglückten Brust, der sie schmerzte. Diese waren komplett unsymmetrisch, da die linke Brust deutlich höher platziert war. Was jetzt folgte waren Aufklärungsgespräche und eine Nachoperation.

Der ausländische Kollege hatten die beiden Silikonimplantate bei unserer Patientin nicht unter den Brustmuskel positioniert, sondern auf den Brustmuskel. Ein Grund dafür war mit Sicherheit, dass der Operateur somit die Operationsdauer um einige Zeit verkürzen konnte. Für die Beschaffenheit der Brust unserer Patientin wäre es besser gewesen, dass Silikon unter den Brustmuskel zu positionieren, zum einen, weil die Durchblutungssituation damit besser wird, und zum anderen weil bei dieser Operationstechnik die Entstehung einer Kapselfibrose deutlich minimiert wird.

Die Silikonkissen waren inadäquat eingesetzt, die Taschen falsch präpariert und die Strategie nicht angemessen für die bestehende Anatomie der Patientin. Bereits nach zwei Monaten war das Silikonimplantat der rechten Brust um ganze 5 Zentimeter abgesackt! Ein Anblick, der für meine Patientin kaum zu ertragen war und ihr weitere Lebensfreude genommen hat.

In einer mehrstündigen Operation haben wir die Silikonimplantante entfernt und sie durch neue ersetzt, die wir unter den Brustmuskel positioniert haben. Das Ergebnis hat sie zufriedengestellt, aber nach wie vor ist ihr Vertrauen in Ärzte gestört. So dramatisch ihre Operation im Ausland auch verlaufen ist, es gibt noch wesentlich abschreckendere Beispiele, die mir tagtäglich in meiner Privatpraxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie begegnen und die auch hier in Deutschland passieren.

 

Mitgeben möchte ich allen, die mit dem Gedanken spielen, sich einer Brustvergrößerung in Berlin zu unterziehen, dass „Schnäppchenangebote“ im medizinischen Bereich nicht seriös sein können. Etwas leidet immer darunter, ob es die mangelnde Erfahrung eines Chirurgen ist oder minderwertiges Material, was verwendet wird, damit gespart werden kann. Zum Teil werden auch in Deutschland Operationen ohne Vollnarkose nur in Lokalanästhesie angeboten, um den Preis deutlich unter 5000 Euro zu halten!

Bedenken Sie bei jeder Operation: Es geht um Ihren Körper, er sollte es Ihnen wert sein, dass Sie ihm die bestmögliche Behandlung geben.

Sollten Sie mehr zum Thema Brustvergrößerungen wissen wollen, freue ich mich über Ihren Anruf und ein Beratungsgespräch in meiner Privatpraxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Dahlem.