Die Brustvergrößerung mit Implantaten ist einer der am häufigsten durchgeführten ästhetisch-chirurgischen Eingriffe in den letzten Jahren. Als Alternative hat sich in den vergangenen Jahren die Brustvergrößerung mit Eigenfett etabliert und wird zunehmend populärer. Durch das gesteigerte Interesse wurden zuletzt viele Studien mit neuen Erkenntnissen veröffentlicht. Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft und soll Ihnen die Möglichkeit geben abzuwägen, ob Eigenfett auch für Sie eine Alternative zur Brustvergrößerung mit Implantaten sein könnte.

Welche neuen Ansätze zur Steigerung der Einheilungsrate gibt es?

Es ist bereits bekannt, dass ein Teil des in die Brust eingebrachten, körpereigenen Fetts nicht anwächst. Die Volumenzunahme der Brust bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett wird dadurch limitiert. Um diesen Effekt zu minimieren gibt es mittlerweile einige neue Ansätze.

Eine Idee, um den Volumeneffekt der Brustvergrößerung mit Eigenfett zu steigern, ist durch die Arbeitsgruppe von Dr. Khouri aus Miami beschrieben worden. Hierbei trägt die Patientin vier Wochen vor der eigentlichen Operation jeweils für 10 Stunden am Tag ein Gerät („BRAVA“) zur Gewebeaufdehnung mittels Unterdruck von außen über der Brust. Dieses Utensil wird unter einem speziellen BH versteckt und führt zu einer gesteigerten Durchblutung des Brustgewebes. Zwei Effekte sollen nun den Erfolg der Brustvergrößerung mit Eigenfett steigern: Einerseits nimmt der Beschreiber dieser Technik an, dass durch das aufgedehnte Gewebe ein größeres Volumen an Eigenfett in die Brust eingebracht werden kann und anderseits erhofft er sich durch die gesteigerte Durchblutung des Gewebes die verbesserte Einheilung der eingebrachten Fettzellen. Bis dato war Dr. Khouri jedoch der Einzige, der größere Volumeneffekte bei der Brustvergrößerung mit dieser Technik nachweisen konnte. Außerdem wird das Tragen des „BRAVA“ teilweise als unangenehm beschrieben – und es ist sehr teuer.

Ein weiterer Ansatz zur verbesserten Einheilung der transplantierten Fettzellen bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett kommt von der Arbeitsgruppe um Dr. Yoshimura aus Tokyo. Hier ist die Grundidee die Neubildung von Gefäßen in das transplantierte Fett mittels Stammzellen anzuregen. Auf diese Weise erhofft man sich, dass ein höherer Prozentsatz transplantierter Zellen tatsächlich einheilt und ein geringerer Anteil Zellen untergeht. Ähnliche Überlegungen anderer plastischer Chirurgen versuchen denselben Effekt durch die Anreicherung des Fettgewebes mit Wachstumsfaktoren oder Insulin zu erreichen. Für alle diese Studien sind bisher jedoch noch keine Vorteile in Bezug auf das Volumen der Brust nach der Vergrößerung mit Eigenfett nachgewiesen worden. Stattdessen existiert eine Vielzahl an Studien hinsichtlich einer möglicherweise krebsauslösenden Wirkung der einzelnen Zusätze. Obwohl bislang keine erhöhte Gefahr an Brustkrebs zu erkranken nachgewiesen werden konnte, stehen Langzeitergebnisse noch aus.

Gibt es zusätzliche positive Effekte für den Körper?

Die Brustvergrößerung mit Eigenfett hat den Vorteil, dass „ungewolltes“ Fett (beispielsweise aus dem Bereich der Hüften) entnommen werden kann um daraus die Brust zu modellieren. Zudem wird im Gegensatz zur Brustvergrößerung mit Implantaten kein Fremdmaterial in den Körper eingebracht und es sind keine großen Hautschnitte notwendig.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Brustvergrößerung mit Eigenfett ist eine möglicherweise verbesserte Hautqualität. Obwohl in Fachkreisen hierzu rege Diskussion herrscht, konnte bisher kein eindeutiger Nachweis erbracht werden. Lediglich für Patientinnen nach einer Strahlentherapie über der Brust wurden eine bessere Hautdurchblutung bestätigt. Von Patienten mit chronischen Wunden ist bekannt, dass das Einbringen von Eigenfett unter die Wunde die Heilung der Wunde enorm beschleunigt.

Wird die Brustkrebsvorsorge durch die Operation beeinflusst?

Auch dieser Aspekt der Brustvergrößerung mit Eigenfett ist Mittelpunkt zahlreicher Studien. Trotz vieler Untersuchungen wurde bislang kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht, dass die Brustkrebsvorsorge in irgendeiner Weise beeinflusst wird.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Brustvergrößerung mit Eigenfett?

Bisher gibt es weder wissenschaftlichen Daten zu diesem Thema, noch Hinwiese auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Von allen bis heute in der Literatur beschriebenen Patientinnen sind nur zwei an Brustkrebs erkrankt – in einem Bereich der Brust, wo kein Eigenfett eingebracht wurde. Da allerdings noch keine Langzeitdaten vorliegen wird den Patientinnen empfohlen regelmäßig an der Brustkrebsvorsorge teilzunehmen. Zudem sollte bei der Patientin vor jeder Brustvergrößerung mit Eigenfett eine komplette radiologische Untersuchung der Brust erfolgen und kein erhöhtes genetisches Risiko für Brustkrebs vorliegen.

Falls Sie weitere Informationen zum Thema Brustvergrößerung in Berlin wünschen, vereinbaren Sie bitte einen Beratungstermin in meiner Privatklinik für Plastische- und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Dahlem. Ich freue mich auf Ihren Besuch, um Ihnen mit meiner professionellen Beratung zu helfen.