Seitdem 1962 das weltweit erste Silikonimplantat zur Brustvergrößerung implantiert wurde, ist die Wissenschaft ständig bestrebt nach Verbesserung und technischem Fortschritt. Das Medizinprodukt „Silikonimplantat“ unterliegt in vielen Ländern strengen Kontrollen durch die Gesundheitsbehörden (Deutschland: Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte – BfArM). Trotzdem wird immer wieder ein mögliches Risiko für die Ausbildung von Brustkrebs nach der Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten diskutiert. Auch viele Patienten, die mich in meiner Privatklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Dahlem aufsuchen, beschäftigt die Frage: wie steht es tatsächlich um dieses Risiko?

Da es sich bei Silikonimplantaten um einen Fremdkörper handelt, reagiert der Körper natürlicherweise mit der Ausbildung einer Kapselartigen Struktur um das Implantat. Sollte diese Fremdkörperreaktion jedoch zu einer verhärteten Kapselbildung führen, die Verhärtungen, Vernarbungen oder auch Schmerzen an der Brust verursacht, spricht man von einer Kapselfibrose. Um das Risiko einer Kapselfibrose zu senken, gab es in der Vergangenheit verschiedene Ansätze zur Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit der Silikonimplantate.

Eine „raue“ Oberfläche auf den Implantaten hat sich in Bezug auf die Kapselfibrose nachweislich bewährt. Allerdings wird diese Oberfläche in einigen Studien mit einer extrem seltenen Form von Brustkrebs in Zusammenhang gebracht. 1997 wurde erstmals über einen Fall berichtet, der das anaplastisch-großzellige Lymphom (ALCL) in Zusammenhang mit Silikonimplantaten zur Brustvergrößerung brachte. In der Folge wurden, insbesondere in der onkologischen und patholgischen Literatur, vereinzelt weitere Fallberichte veröffentlicht. Die Hypothese lautete stets, dass die durch raue Implantatoberflächen verursachte Entzündungsreaktion den Körper nicht nur vor der Kapselfibrose bewahrt, sondern womöglich auch das Risiko zur Ausbildung dieser außergewöhnlich seltenen Form von Brustkrebs steigert. Weltweit sind insgesamt jedoch nur ca. 150 Frauen bekannt, bei denen solch ein Zusammenhang bestehen könnte – bei über 10 Millionen Brustvergrößerungen mit Implantaten in den letzten 10 Jahren allein in den USA.

Trotz der umfangreichen Forschungen und wissenschaftlichen Diskussionen konnte kein Füllmaterial für Implantate zur Brustvergrößerung als besonders gefährlich definiert werden. Ein konkreter Auslöser für die Entwicklung für ALCL konnte ebenfalls noch nicht entdeckt werden, man vermutet jedoch am Ehesten eine gewisse genetische Prädisposition, also eine vermehrte Veranlagung, als Risikofaktor für die Entwicklung einer ALCL.

Bislang ist jedenfalls eine Assoziation von ALCL mit Brustimplantaten nicht gesichert – kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stellt klar: Für Deutschland sind bisher keine Fälle gemeldet, die auf einen solchen Zusammenhang hinweisen würden. Auch in den meisten anderen europäischen Ländern sind keine betroffenen Frauen bekannt. Die US-amerikanische FDA (Food and Drug Administration) sieht ebenso keine wesentlichen Bedenken zur Brustvergrößerung mit Implantaten, da durch „das extrem rare Auftreten von ACLC das absolute Risiko für Patienten sehr niedrig“ sei. Zum Vergleich: das absolute Risiko überhaupt an irgendeiner Form von Brustkrebs zu erkranken, ist um ein Vielfaches höher.

Sollten Sie weitere Fragen bezüglich einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten haben vereinbaren Sie einen Termin in meiner Privatklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Dahlem. Ich freue mich Ihren Besuch um Ihnen mit meiner professionellen Beratung zu helfen.